Arbeitskreis Gegenargumente
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Lesetipp:

GegenStandpunkt 1-21

Mit der permanenten Bedrohung durch das Coronavirus verfährt die Obrigkeit hierzulande, wie es sich für ein christlich-abendländisches Gemeinwesen gehört: Im Mittelpunkt ihrer Pandemiebekämpfung steht das Individuum und gibt dem Staat Anlass zur Frage, wo und wie es sich ansteckt, und wie sich genau das effektiv verhindern lässt. Die sich daraus ergebende seuchenpolitische Losung – Kontaktverhinderung – wirft unmittelbar das Problem auf, wie sich unter dieser Bedingung die fortbestehenden unabweisbaren Notwendigkeiten einer funktionalen individuellen Lebensführung aufrechterhalten und sicherstellen lassen und wie sich die als alternativlos erachteten Restriktionen des bürgerlichen Lebens mit der Freiheitsgarantie der Verfassung vereinbaren lassen. An beidem arbeitet sich die Politik im Lockdown unentwegt ab und produziert damit einige interessante Klarstellungen über den Charakter des Gemeinwesens.

Rassismus im Sinne einer Rechtslage, mit der die Staatsgewalt die Diskriminierung von Teilen der Bevölkerung bis hin zu ihrer Eliminierung verordnet oder erlaubt, gibt es im modernen bürgerlichen Gemeinwesen nicht mehr. Weder im Sinn eines kolonialen Vorrechts, das die Herrschaft über unmündige Völker legitimiert, noch im Sinn der Nürnberger Gesetze, die von der Zugehörigkeit zu einer arischen Herrenrasse, die ein Recht auf Weltherrschaft hat, die Staatsbürgerschaft abhängig machen, noch im Sinn eines Rechts auf Eigentum an Menschen, das Sklaverei als Bestandteil der politischen Ökonomie festschreibt. – Was gibt es dann?

Der tiefe Fall des deutschen IT-Finanzdienstleisters Wirecard war im vergangenen Jahr Gegenstand vielfältiger öffentlicher Ermittlungstätigkeit und Ursachenforschung. Im Zuge dieser wurde so manches Detail über die Geschäftspraktiken der Firma und überhaupt über die Gepflogenheiten der Abteilung Wirtschaft, in der Wirecard in den letzten Jahren zu den Champions aufgestiegen war, ans Licht gebracht und auch für den Laien liebevoll erläutert. Leider hat der dabei vorherrschende Tonfall der Skandalisierung und Kriminalisierung die gebührende Würdigung der Hauptsache verhindert, obwohl die bei alledem eigentlich nicht zu übersehen war und ist. Auch der ‚Fall Wirecard‘ hat nämlich wieder einmal bewiesen, wie unschlagbar effektiv der Kapitalismus für viele und immer mehr Gelegenheiten sorgt, den Zweck zu verfolgen, nach dem er benannt ist, und wie vorbildlich und erfolgreich Wirecard und alle anderen an seinem Aufstieg, Abstieg und Ruin Beteiligten in diesem Sinne am Werk waren.


Der AK Gegenargumente findet regulär einmal pro Monat an einem Donnerstag statt.

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Wie wir weiterverfahren, wissen wir noch nicht, wir melden uns aber rechtzeitig hier, per newsletter und auf facebook.


Im EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80 RGB, U-Bahn Haltestelle Theresienwiese (U4/U5), Raum: Werkstatt (rechts neben Weltladen)
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Aktuelle Lesetipps:

• Aus der Reihe „Was Deutschland bewegt“ (Vorabveröffentlichung aus der Zeitschrift GegenStandpunkt 2-21, die am 18.06.2021 erscheint)

Merkel entschuldigt sich – wofür?


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Raketen auf Jerusalem und Gaza

Hamas und Israel bleiben sich treu

Wieder einmal eskaliert die Gewalt zwischen der Hamas und Israel, und während die einen die anfallenden Toten und Verletzten zusammen- oder gegeneinander aufrechnen, fachsimpeln andere völlig abgebrüht darüber, dass das wohl noch ein paar Tage so weitergeht: solange bis sich beide Seiten trotz aller Feind-Rhetorik dann doch auf einen Waffenstillstand einigen, der bis zur nächsten Eskalation hält.

Statt diesen immer gleichen Ablauf in gewohnter Manier „tragisch“ zu finden und „besorgt“ zu sein angesichts erfundener „Gefahren“ für so haltlose Abstraktionen wie „den Frieden“ oder „die Region“, statt die „unschuldigen Opfer“ zu betrauern, nach „Schuldigen“ zu fahnden und auf „Lösungen“ zu hoffen, erklärt der Artikel Gaza-Krieg 2014 – Israels Kampf um die Einstaatenlösung, warum Krieg die Normalität der unversöhnlichen Staats-(gründungs)-Programme der islamisch-palästinensischen Hamas und Israels war und ist.

Der Artikel Israel 2019 – Imperialistische Musterdemokratie in zionistischer Mission widmet sich in grundsätzlicher Weise dem bleibend eigenartigen Charakter des Staates Israel, seiner Räson und seinen speziellen Widersprüchen.


Zuletzt geändert: Saturday, 20-Mar-2021 19:01:23 CET
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